Was sind die Wohn-Pflege-Gemeinschaften?

Wenn es zu Hause nicht mehr geht

Zur Wohn- und Lebensqualität im Alter zählen soziale Kontakte, Geborgenheit, Anregung und je nach Bedarf Betreuung und Pflege. Dies gilt für alle, nicht nur für ältere Menschen. Wer jedoch auf Betreuung und Pflege angewiesen ist, wie Mensch mit Demenz oder mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen, für den gilt es besonders. Heute werden die meisten pflegebedürftigen Menschen in Hamburg immer noch von Angehörigen und ambulanten Pflegediensten zu Hause betreut. Solange, bis es nicht mehr geht. Dann steht die Entscheidung an: Was tun?
Gesucht werden in dieser Situation vor allem Angebote, die Kontinuität im Leben der pflegebedürftigen Menschen sichern. Das sind solche, die auf ihre Bedürfnisse und ihre Gewohnheiten, auf ihre Lebensgeschichte und Persönlichkeit eingehen und ihnen soziale Teilhabe und Selbstbestimmung über ihr eigenes Leben sichern. Seit ein paar Jahren gibt es neue Pflege-Angebote in Hamburg, die das in besonderer Weise umsetzen: Wohn-Pflege-Gemeinschaften. Und es werden immer mehr.

Miteinander älter werden

Wohn-Pflege-Gemeinschaften basieren auf klaren Grundprinzipien: Das Leben findet in einer überschaubaren familienähnlichen Gruppe und in einem gemeinsamen Haushalt statt. Betreuung und Pflege werden durch feste Teams gesichert. WG-Mitglieder gestalten mit Unterstützung des Pflegedienstes einen gemeinsamen Wohnalltag. Dadurch können persönliche Beziehungen entstehen, kann sich Verständnis füreinander und Vertrauen zueinander entwickeln. Das schafft gute Voraussetzungen für soziale Geborgenheit.
In Wohn-Pflege-Gemeinschaft leben bis zu 10 bzw. 12 pflegebedürftige Menschen in einem gemeinsamen Haushalt. Sie verfügen dort über private Zimmer und gemeinschaftlich genutzte Räume. Gemeinsames Einkaufen, Kochen, Spazieren gehen oder andere Freizeitaktivitäten gehören zum Wohnalltag. Je nach Bedürfnis, Wunsch und Möglichkeiten können sich die WG-Mitglieder beteiligen oder in ihre Privatsphäre zurückziehen.

Wohn-Pflege-Gemeinschaften in verschiedenen Formen

In Hamburg werden Wohn-Pflege-Gemeinschaften auf der Grundlage des Hamburgischen Wohn- und Betreuungsqualitätsgesetz in zwei Angebotsformen unterschieden: in Angebote, die in der Verantwortung der Mieter - bzw. deren Angehörigen oder gesetzlichen Betreuer - und solche, die in der Verantwortung eines Trägers liegen. Lesen Sie mehr dazu unter den Button: selbstverantwortete WGs und trägerverantwortete WGs.